Über
Manifesta – die Europäische Nomadische Biennale findet alle zwei Jahre an einem anderen Ort in Europa statt. Auf Einladung der Gastgeberstädte und -regionen wendet sich die Biennale mit künstlerischen Projekten, urbanen Experimenten, architektonischen Interventionen und einem breiten Vermittlungsprogramm an ein regionales und internationales Publikum. Die Auseinandersetzung mit aktuellen sozialen, politischen und kulturellen Themen Europas basiert für die Manifesta auf der Zusammenarbeit zwischen lokalen Communities und internationalen Akteur*innen. So wirkt die Manifesta als Inkubator für einen nachhaltigen gesellschaftlichen Wandel.
Die Manifesta 16 Ruhr findet vom 21. Juni bis zum 04. Oktober 2026 in vier Städten des Ruhrgebiets statt: Bochum, Duisburg, Essen und Gelsenkirchen. Aufbauend auf vorbiennalen Forschungen und verschiedenen Formen der Bürger*innenbeteiligung hat die Manifesta ein urbanistisches Konzept für diese polyzentrische, postindustrielle und kulturell vielfältige Metropolregion entwickelt. Im Rahmen der Biennale werden zwölf leerstehende Kirchengebäude aus der Nachkriegszeit in offene Räume für Dialog, gesellschaftlichen Zusammenhalt und künstlerische Innovation verwandelt. Durch die Neugestaltung und Umnutzung dieser Gebäude entstehen neue gemeinschaftliche Infrastrukturen und Versammlungsorte für die umliegenden Quartiere. Damit strebt das generationenübergreifende und interdisziplinäre Künstlerische Team der Manifesta 16 einen nachhaltigen Einfluss auf die Nachbarschaften des Ruhrgebiets an.
Die kommende Manifesta 16 Ruhr markiert das 30-jährige Jubiläum der Biennale seit ihrer ersten Ausgabe 1996 in Rotterdam. Die Manifesta wurde als Reaktion auf die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen der 1990er-Jahre konzipiert. Sie begleitete damit das Ende des Kalten Krieges sowie die darauffolgenden Schritte der europäischen Integration. Als wandernder Wissensproduzent zielt die Manifesta auf den Dialog zwischen Kultur und Gesellschaft in Europa. Die Realisierung der Manifesta 16 Ruhr wird ermöglicht durch die großzügige Unterstützung der für die Initiative verantwortlichen Beteiligten: das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, der Regionalverband Ruhr sowie die Förderpartner RAG-Stiftung, den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, E.ON Stiftung, Kunststiftung NRW, Brost-Stiftung, Mercator Stiftung und Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung.
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30 Jahre Manifesta! Einblicke in vergangene Editionen der Manifesta
Die Idee und Geschichte der Manifesta
„Manifestare“ oder „Manifesto“, lateinisch für „sichtbar machen“, war ein konzeptionelles Ideal des deutschen Fluxus-Galeristen René Block, einem Mitglied unseres ersten Beirats, der den Namen Manifesta prägte.
Manifesta wurde Anfang der 1990er Jahre als nomadische, europäische Biennale für zeitgenössische Kunst konzipiert, als Reaktion auf die neue soziale, kulturelle und politische Realität, die nach dem Ende des Kalten Krieges entstand, einer Zeit, die Europa historisch zwischen Ost und West teilte. Die ersten Ideen für Manifesta entstanden nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 in einer Zeit der europäischen Integration. Eine junge Generation von Studenten der 1980er Jahre konnte sich plötzlich frei in ganz Europa bewegen, was ihnen Mobilität und Antinationalismus ermöglichte.
Manifesta war eine der ersten Biennalen für zeitgenössische Kunst, die aktiv den Dialog zwischen Künstlern und Kunstfachleuten aus dem geteilten Europa förderte und eine öffentliche Debatte über die Zukunft des neuen, postkommunistischen Europas anstieß. Die Manifesta ermöglichte einer jungen Generation wichtiger Akteure aus Mittel- und Osteuropa durch ihre beratenden, künstlerischen, organisatorischen und kuratorischen Strukturen den Zugang. Ihr nomadischer Charakter ermöglichte es der Manifesta, die kulturelle und geografische DNA Europas zu erforschen und zu einer dynamischen Plattform für den kulturellen Austausch auf dem gesamten Kontinent zu werden.
















